Wege zur Promotion

Zunächst sollte eines geklärt werden: Doktorand ist der, der an einer Dissertation bzw. Doktorarbeit schreibt. Hierfür muss der Doktorand nicht zwingend an einer Hochschule angestellt sein, ein Gehalt beziehen oder Promotionsstipendiat sein.

Zur Finanzierung der Promotion bieten sich viele verschiedene Wege an, die im folgenden erläutert werden.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Der übliche Weg geht über eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Institut, einer Professur oder einer sonstigen Arbeitsgruppe einer Hochschule. In der Regel arbeitet der Doktorand hier an Forschungsprojekten, die durch Drittmittel finanziert werden, unterstützt bei wissenschaftlichen Dienstleistungen und/oder unterstützt einen Professor bei der Lehre und Verwaltung der Arbeitsgruppe.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter sind in der Regel an Universitäten angestellt werden daher nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) bezahlt. Wie hoch letztendlich das Gehalt des wissenschaftlichen Mitarbeiters ist, lässt sich aber auch dann nicht pauschal sagen, da dies von mehreren Faktoren abhängig ist, wie z.B. der wöchentlichen Arbeitszeit, der Arbeitserfahrung und dem Bundesland, in dem man angestellt ist. So kann das Jahreseinkommen von knapp 22.000 € bis ca. 48.800 € betragen.

Für Doktoranden, die sich eine Karriere in Forschung und Lehre vorstellen können oder bereits planen, ist diese Variante zu empfehlen. Denn hier schreibt der Doktorand nicht nur an seiner Dissertation, sondern hat darüber hinaus die Möglichkeit Erfahrung im Bereich der Lehre und der Drittmittelakquise zu sammeln und kann darüber hinaus in gemeinschaftliche Publikationsaktivitäten im Rahmen von verschiedenen Forschungsprojekten der Arbeitsgruppe einbezogen werden.

Welche Aufgaben mit einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf einen zukommen und wie hoch das Gehalt tatsächlich ist, wird auf folgender Seite im Detail zusammengefasst: Gehalt als wissenschaftlicher Mitarbeiter

Promotionsstipendien

Promotionsstipendien eigenen sich insbesondere für Doktoranden, die sich voll und ganz auf ihre Dissertation konzentrieren möchten. Wie hoch diese tatsächlich ausfallen, lässt sich auch hier nicht pauschal beziffern, da auch hier mehreren Faktoren eine Rolle spielen.

In der Regel sind es jedoch mindestens 1.050,00 € monatlich mit einer Zuschuss für Bücher in Höhe von monatlich 100,00 €. Wer Anspruch auf weitere Zulagen hat und wo Promotionsstipendien beantragt werden können, wird auf folgender Seite zusammengefasst: Höhe von Promotionsstipendien

Industriepromotion

Eine weitere, sehr praxisnahe Möglichkeit der Finanzierung für Doktoranden stellt die Industriepromotion dar. Hier ist der Doktorand in einem Unternehmen angestellt und forscht in der Regel an einem vom Unternehmen ausgewählten Forschungsthema.

Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: der Doktorand sammelt bereits während der Forschungstätigkeit wertvolle Praxiserfahrung in der Industrie, kann dabei schon wichtige Kontakte für die Zukunft knüpfen und bezieht vor allen Dingen wichtige Daten für die Forschungsarbeit direkt aus erster Hand vom Arbeitgeber.

Dissertationen in der Industrie dienen primär der Lösung eines Problems des Arbeitsgebers mit dem Ziel der praktischen Anwendung im Betrieb.

Wie hoch das Gehalt für Doktoranden in Unternehmen ist, welche Vor- und Nachteile die Industriepromotion mit sich bringt und welche Unternehmen dies anbieten, ist auf der Themenseite über die Promotion in der Industrie nachzulesen.

Eigene Finanzierung

Den wohl schwierigsten Weg zur Promotion wählen wohl jene Doktoranden, die sich komplett selbst finanzieren oder dies nebenberuflich tun. Doktoranden, die sich für diesen Weg entscheiden, haben die Möglichkeit sich als Promotionsstudierende an einer Universität immatrikulieren lassen.

Um die Finanzierung des Promotionsstudiums müssen sie sich dann selbstständig klären. Dies kann durch eine nebenberufliche Tätigkeit, die Unterstützung der Eltern oder mit Hilfe von Studienkrediten erfolgen. Dies sei allerdings gut überlegt, denn Promotionen erfordern viel Zeit und Ausdauer. Wem die nötige Motivation fehlt, wird hier aufgrund der Doppelbelastung besonders auf die Probe gestellt und neigt eher zum Abbruch als Doktoranden, die finanziell für den Zeitraum abgesichert sind.