Promovieren mit Bachelorabschluss

Zur Promotion werden an deutschen Hochschulen mit Promotionsrecht in der Regel nur Doktoranden mit Master- oder Diplomabschluss zugelassen. Aber es gibt auch Ausnahmen!

Auch besonders qualifizierte Absolventen mit Bachelorabschluss dürfen an deutschen Universitäten für eine Promotion zugelassen werden. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, einen Doktorvater zu finden, der das Promotionsvorhaben auch betreuen möchte. Denn neben deutlich weniger praktischen Erfahrungen als Masterabsolventen, fehlt es Bachelorabsolventen oftmals durch das verkürzte Studium auch an mangelnden Kenntnissen im wissenschaftlichen Arbeiten.

So bereitet die Bachelorarbeit aus Sicht vieler Professoren die Absolventen nicht in geeigneter Weise auf das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit auf dem Niveau einer Dissertation vor. So stehen Universitätsprofessoren vor der Wahl, eine längere Einarbeitungszeit für einen Bachelorabsolventen in Kauf zu nehmen, oder doch gleich auf einen meist mehr erfahreneren Masterabsolventen mit tieferen methodischen Kenntnissen zurückzugreifen.

Tipps zur Promotion mit Bachelorabschluss

Interessierte, die direkt nach dem Bachelor in die Promotion begeben wollen, sollten neben ausgezeichneten Noten, sehr gute methodische Kenntnisse für ihre Fachrichtung mitbringen.

Aufgrund der Kürze des Bachelorstudiums, haben Absolventen meist nur ihre Bachelorarbeit, mit der sie ihre Fähigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten darstellen können. So ist in diesem Zusammenhang eine hervorragende Bachelorarbeit die beste Referenz bei der Bewerbung.

Bevor man sich Hals über Kopf in die Wissenschaft stürzt, sollten Promotionsinteressierte auch erste Erfahrungen in der Praxis gemacht haben. Praktika ermöglichen kurze Einblicke in die reale Wirtschaft und helfen dabei, herauszufinden, ob die Wissenschaft den richtigen Weg für den eigenen Karriereweg darstellt.

Den wohl wichtigsten Faktor stellt die Beziehung zum Doktorvater dar. So sollte schon frühzeitig eine gute Beziehung zum Professor hergestellt werden, der das Promotionsvorhaben wissenschaftlichen betreuen soll. Idealerweise wird bereits die Bachelorarbeit durch diesen betreut. Dadurch haben beide Seiten frühzeitig die Möglichkeit, sich gegenseitig persönlich und wissenschaftlich kennenzulernen. Hat man erstmal den Entschluss gefasst, nach dem Bachelorabschluss zu promovieren, so sollte man dies auch früh genug beim betreuenden Professor ansprechen. Evtl. können dann erste Weichen für die Promotion bereits in der in der Bachelorarbeit gestellt werden.

Erfahrungen aus Praktika und Studium eignen sich sehr gut, um das Wunschthema zu konkretisieren. Je konkreter und überzeugender die Ideen präsentiert werden, desto höher ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Doktorvater bereit ist, einen Bachelorabsolventen zu betreuen.

Eine Garantie für die Zulassung zur Promotion nach dem Bachelorabschluss gibt es nicht. Denn dies ist nach einer Stellungnahme der Hochschulrektorenkonferenz grundsätzlich immer eine Einzelfallentscheidung.

Vorteile einer Promotion mit Bachelor

  • An Einigen Universitäten musst du einige Auflagen vor der Zulassung zur Promotion erfüllen. Je nachdem wie umfangreich die sind, kann man durch das Überspringen des Masterstudiums viel Zeit sparen.
  • Promovierende mit Bachelorabschluss haben schon sehr früh die Möglichkeit, sich auf das Thema zu fokussieren, welches sie brennend interessiert.
  • Die Promotion mit Bachelorabschluss ist nicht der Regelfall und nur den besten Absolventen eines Jahrgang vorbehalten; daher stellt dies eine besondere Auszeichnung dar.

Nachteile einer Promotion mit Bachelor

  • Durch das Überspringen des Masterstudiums, verpasst man viel wichtige Inhalte und Erfahrungen, die man auf anderem Weg selbstständig aneignen muss.
  • Bachelorabsolventen sind praktisch und methodisch in der Regel noch recht unerfahren. Es stellt sich die frage, ob man selbst bereits in der Lage ist, ein so großes Forschungsvorhaben selbstständig zu bearbeiten.